Was soll eine*r allein schon ausrichten? …fragte sich die halbe Menschheit

Anuschka Torschl

Sei es die Vermeidung von Plastik, die Umstellung auf eine hauptsächlich pflanzenbasierte Ernährung oder die Herstellung eigener Hygieneartikel: Die Möglichkeiten, mit denen man durch eigenen Antrieb etwas verändern kann, sind zahlreich und umfassen viele verschiedene Lebensbereiche.

Unter Aktivist*innen, verschiedenen Umweltorganisationen und allgemein Interessierten herrscht Konsens, dass im Kampf gegen den Klimawandel insbesondere den politischen Akteuren eine entscheidende Rolle zukommt. Nichtsdestotrotz kann auch jede und jeder Einzelne von uns selbst aktiv werden und im alltäglichen Leben zahlreiche Schritte unternehmen, um das eigene Leben nachhaltiger zu gestalten.

Auch wenn der eigene Beitrag angesichts der riesigen Bedrohung durch den Klimawandel auf den ersten Blick wie ein Tropfen auf dem heißen Stein wirkt, ist es nach wie vor wichtig, sich mit nachhaltigen Alternativen für das eigene Leben auseinanderzusetzen. Denn: Auch verhältnismäßig kleine Taten haben große Auswirkungen.

Abgesehen von dem wichtigsten Ziel, aktiv gegen den Klimawandel vorzugehen, bietet die Umsetzung verschiedener DIYs (Do it Yourself) auch darüber hinaus viele weitere Vorteile für den/die Einzelne*n.

Die Umwelt selbst wird bei der Verwendung von selbst hergestellten Waschmitteln, Shampoos oder Duschgels insofern geschont, als dass keine schädlichen Inhaltsstoffe durch die Abflüsse ins Grundwasser gelangen und so das Wasser verschmutzen. Außerdem fällt abgesehen von den Verpackungen der benötigten Zutaten keinerlei Verpackungsmüll an, da die Behältnisse für die eigens hergestellten Produkte wiederverwendet werden können.

Laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) enthalten allein 18% von rund 21.000 untersuchten Produkten Parabene.

Für uns als Konsumierende ist es ebenso wichtig, die Inhaltsstoffe der Produkte zu kennen, die wir tagtäglich verwenden. Schließlich enthalten viele der herkömmlichen Hygieneartikel bedenkliche Inhaltsstoffe wie Parabene, hormonell wirksame Chemikalien, die unserer Gesundheit langfristig schaden. So zeigte beispielsweise eine britische Studie aus dem Jahr 2004, dass parabenhaltige Deos mit dem Auftreten von Brustkrebs in Zusammenhang gebracht werden können.

Bei der eigenen Herstellung jedoch werden nur natürliche Zutaten verwendet, die zudem ganz dem eigenen Geschmack angepasst werden können. Die natürliche Zusammensetzung eignet sich außerdem hervorragend für Allergiker*innen. Generell ist eine verträgliche Pflege ohne bedenkliche Inhaltsstoffe eine Bereicherung für das Wohlbefinden eines jeden Einzelnen.

Ein weiteres Plus ist die Schonung des Geldbeutels, zumindest auf lange Sicht. Auf den ersten Blick scheint die Anschaffung aller notwendigen Zutaten zum Teil recht teuer; dafür kann man sie jedoch für mehrere Anwendungen nutzen. Die einzelnen Zutaten für die DIYs reichen von Natron über Kokosöl oder Bienenwachs bis hin zu ätherischen Ölen und sind mittlerweile in allen Bio-Läden zu finden. Wer sich erst einmal langsam rantasten möchte, kann auch einen DIY-Nachmittag mit Freund*innen veranstalten. Das macht nicht nur mehr Spaß, sondern ermöglicht auch ein erstes Ausprobieren.

DIY-Workshop zur Herstellung von fester Deocreme und zwei verschiedenen Zahnpastas

Wir stellen unsere eigene feste Deocreme her

Wir haben unter der fachkundigen Anleitung von Aurélie Martin von der Agence locale de l’énergie et du climat in Grenoble zwei DIYs für Zahnpasta sowie eins für feste Deocreme ausgetestet.

Kurz: Jedes Rezept konnte in maximal 15-20 Minuten umgesetzt werden, die verschiedenen Schritte waren unkompliziert und das Endergebnis konnte sich sehen lassen.

Den ersten Feedbacks von Teilnehmenden aus unserer Runde zufolge bestätigte sich dieser erste Eindruck: Die DIYs sehen nicht nur gut aus, sondern erfüllen auch ihren Zweck. Dazu ist es ein guter Start in den Tag, schon morgens beim Zähneputzen zu wissen, dass man bereits einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz geleistet hat.

So sieht unser Endergebnis aus: Zahnpasta mit grüner Minze, Zahnpasta mit Zitrone und feste Deocreme mit Salbei

Lust bekommen, dich selbst einmal an einem DIY für Hygieneartikel zu versuchen? Hier gibt’s das Rezept für die feste Deocreme. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Rezept für feste Deocreme

Material

  • Ein kleiner Tiegel (ca. 30 ml) – erhältlich in Apotheken oder Drogerien
  • Kleiner Löffel oder Spatel (zum Abfüllen)
  • Waage
  • (kleiner) Schneebesen

Zutaten

  • 15g Kokosöl
  • 2,5g Bienenwachs
  • 9g Natron
  • 6g Maisstärke
  • 7 Tropfen ätherisches Öl deiner Wahl (Lavendel oder Salbei wirken antibakteriell)
  • 2 Tropfen Vitamin E (optional)

Vorgehen

  1. Kokosöl und Bienenwachs im Wasserbad schmelzen.
  2. Kurz abkühlen lassen und 2 Tropfen Vitamin E hinzugeben.
  3. Natron und Maisstärke vermischen und unterrühren.
  4. 7 Tropfen des ätherischen Öls hinzugeben.
  5. Alles gründlich verrühren und in den Tiegel füllen.

Die feste Deocreme hält sich mindestens drei Monate.

Und wer noch mehr möchte, dem lege ich das Buch „Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie. Einfach mal selber machen!“ (ca. 15€) ans Herz. Das Handbuch enthält viele Tipps und Tricks sowie Rezepte für einen nachhaltigen Haushalt und das alles ganz ohne Chemie. In allen Anwendungen werden nämlich lediglich Natron, Soda, Essig, Zitronensäure und Kernseife verwendet.

Ein perfektes Handbuch für alle, die ihren Alltag auf natürlichem Wege grüner (und einfacher!) gestalten möchten.

Also: Go green and DIY!